Geschichte der Häuser
Herzlich & persönlich
Was heute drei besondere Häuser in Tirol verbindet, ist weit mehr als eine gemeinsame Adresse: Es ist die Geschichte der Familie Sailer. Über Generationen hinweg haben Mut, Zusammenhalt und unternehmerischer Weitblick die Entwicklung geprägt – vom ersten Schritt am Berg bis zur behutsamen Erweiterung im Tal. Jede Entscheidung, jeder Umbau und jede Idee tragen die Handschrift einer Familie, die Gastfreundschaft nicht nur lebt, sondern weitergibt.
Hotel Sailer
Was in den 1950er-Jahren als Tanzcafé begann, ist heute ein Ort für gelebte Gastfreundschaft mitten im Tal. Das Hotel Sailer erzählt von Mut zur Veränderung, vom Aufwachsen zwischen Gästen und vom Schritt in ein neues Hotelkonzept. Eine Geschichte, die zeigt, wie aus einem Familienbetrieb ein spezialisiertes Kinderhotel wurde – persönlich geführt und mit Herz.
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Das Hotel Sailer wurde in den 1950er-Jahren von der Familie Gruber erbaut. Über mehr als zwanzig Jahre war es als „Tanzcafé“ in Wenns bekannt. Neben dem Cafébetrieb gab es drei LKW-Garagen, da der Hausherr zusätzlich eine Frächterei führte. Sonntags war es üblich, das Café nur mit Krawatte zu besuchen – ein Zeichen der damaligen Zeit.
Im Jahr 1972 waren Werner und Christl auf der Suche nach einem Wohnhaus im Tal, da das Hochzeiger Haus für das Familienleben zu abgelegen war. So ergab sich die Gelegenheit, das Café Gruber zu erwerben. Die große Zeit der Tanzcafés war zu diesem Zeitpunkt bereits vorbei. In den folgenden Jahren wurde das Gebäude daher zu einem Wohnhaus mit angeschlossener Gästepension mit rund 25 Betten umgebaut.
Hier wuchsen wir vier Kinder gemeinsam mit vielen Gästekindern auf. Es war nie langweilig – es war immer etwas los. Und in der Saison „durften“ wir Kinder bei Mama mithelfen.
1990 wurde das Haus schließlich zum Hotel erweitert und verfügte nun über rund 70 Gästebetten. Den Gästen wurde eine klassische Halbpension angeboten. Christl und Stefan führten das Hotel in dieser Form über mehrere Jahre.
1996 erhielt der junge Stefan die große Chance, das Haus von seinen Eltern zu übernehmen. Ihm wurde rasch klar, dass eine Neuausrichtung notwendig war, um mehr Gäste zu gewinnen. Durch Zufälle, Erlebnisse und zahlreiche Erfahrungen mit den Gästen entwickelte sich die Idee für ein neues Konzept. Innerhalb weniger Jahre entstand das erste spezialisierte Familien- und Kinderhotel im Tal.
Budget und Investitionserfahrung waren anfangs noch begrenzt, daher lag der Schwerpunkt zunächst auf einer besonders intensiven Gästebetreuung.
Gemeinsam mit einem engagierten Team wurden abwechslungsreiche Kinder- und Familienausflugsprogramme angeboten, die bei kleinen wie großen Gästen großen Anklang fanden. Mit den vorhandenen räumlichen Möglichkeiten entstanden nach und nach verschiedene Kinderspielbereiche sowie eine Saunalandschaft.
In Spitzenzeiten beherbergte das Hotel rund 80 Gäste. Der Platz wurde jedoch zunehmend knapp, weshalb sich Stefan für eine Erweiterung an einem anderen Standort entschied – doch das ist eine andere Geschichte.
Heute verwöhnen wir im Kinderhotel Sailer rund 15 Familien. Wir wohnen nach wie vor mitten im Hotel und begegnen unseren Gästen täglich persönlich – so wie es schon immer Teil unserer Philosophie war.
Kinderhotel Stefan
Vom Bauernhof mit Gasthof zur Pension und schließlich zum Kinderhotel: Dieses Haus hat viele Entwicklungen erlebt. Brände, Besitzerwechsel und große Investitionen prägten seine Geschichte. Mit dem Kauf im Jahr 2001 begann ein neues Kapitel – geprägt von Mut, Vision und kontinuierlicher Weiterentwicklung zu einem modernen Familienhotel mit gewachsener Struktur.
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Im Hausgang – im Buffetraum vor dem kleinen Saal – befindet sich eine Inschrift aus dem Jahr 1722. Sie erinnert daran, dass jeder, der hier etwas trinkt, es auch zu bezahlen hat.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer. Auch in den vergangenen hundert Jahren ging es durch verschiedene Hände. So waren in den 19++-Jahren die Familie Staffler die Wirtsleute. Durch unglückliche Umstände verloren die Kinder der Wirtsfamilie früh ihre Eltern, weshalb ein Wirtschafter eingesetzt wurde. Dieser verkaufte das Haus in den 19++-Jahren an die Familie Krug. Zu dieser Zeit wurde das Gebäude noch als Bauernhof und Gasthof geführt.
Schon dieser Hinweis macht deutlich, wie alt das Haus ist. Wie so oft zählen die Gebäude neben der Kirche zu den ältesten im Dorf.
Im Weinkeller sind bis heute die originalen Steinmauern erhalten – ein sichtbares Zeugnis der langen Geschichte dieses Hauses.
Unter der Küche befindet sich ein weiterer, nicht zugänglicher Keller mit einem kleinen Gewölbe – ein weiteres stilles Zeugnis der langen Geschichte des Hauses.
Mehrere Brände zerstörten im Laufe der Jahre immer wieder Teile des Hauses. Der letzte große Brand ereignete sich um 1980 im benachbarten Gasthof Post. Dabei wurde auch das dritte Stockwerk der damaligen „Pension Rose“, dem heutigen Kinderhotel Stefan, vollständig zerstört.
Im Herbst 2001 bot sich Stefan Sailer die Möglichkeit, von der befreundeten Familie Krug die alte „Pension Rose“ mit rund 40 Gästebetten zu erwerben. Das Haus befand sich in einem schlechten Zustand, bot jedoch viel Raum für neue Ideen. Kurz nach dem Kauf wurde ihm auch das Nachbarhaus, die „Bäckerei Donner“, angeboten, das er ebenfalls noch im selben Herbst – ebenfalls sanierungsbedürftig – erwarb.
Bereits zu Weihnachten 2001 eröffnete Stefan die Pension mit rund 40 Gästen. Das Nachbarhaus wurde zeitgleich als Selbstversorgerhaus in Betrieb genommen. Aus der „Pension Rose“ wurde die „Pension Stefan“. Die Gäste waren überwiegend Familien – mit ähnlichem Angebot wie im Haupthaus Sailer.
Zwischen 2006 und 2008 wurde umfangreich investiert: Die beiden Häuser wurden miteinander verbunden, erweitert und umfassend renoviert. So entstand das Kinderhotel Stefan*** mit 80 Gästebetten.
Von 2018 bis 2019 wurde eine weitere wichtige Erweiterung des Familienangebots umgesetzt: der Bau des Panorama-Infinity-Pools mit Dachterrasse sowie die Errichtung von acht neuen Zimmereinheiten. In den darauffolgenden Jahren wurden zudem die Gartenanlage, die Parkplätze und das dritte Stockwerk des Haupthauses vollständig erneuert.
Heute wird das Haus als 4**** Kinderhotel geführt, in dem sich maximal 30 Familien gleichzeitig wohlfühlen können. Die Gäste schätzen besonders die herzliche Atmosphäre der Familie Sailer und des gesamten Hotelteams.
Hochzeiger Haus
Die Geschichte des Hochzeiger Hauses beginnt mit einer Großmutter, einer Jeepfahrt und einer mutigen Entscheidung. Aus einer einfachen Schutzhütte entstand Schritt für Schritt ein Berghotel mit Charakter. Zwischen unbeheizten Schlafräumen, ersten Liftprojekten und großen Umbauten erzählt dieses Haus von Weitblick, Durchhaltevermögen und echter Verbundenheit mit dem Berg.
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Wie alles begann – Erinnerungen von Werner Sailer
Es war einmal … im Jahr 1962.
Uroma Resi – Stefans Urgroßmutter – war viele Jahre Küchenchefin im angesehenen Hotel Post in Imst. Zu ihrem Pensionsabschied wurde sie nach Jerzens eingeladen. Bereits nach zwei Tagen rief sie ihren 20-jährigen Enkel Werner Sailer – Stefans Vater – an und bat ihn, sie zu besuchen. Und wie Großmütter wohl so sind, hatte sie vermutlich bereits einen Plan.
Für Werner wurde kurzerhand eine Hochfahrt mit dem Jeep zum damals leerstehenden Hochzeiger Haus organisiert. Die Straße führte zu dieser Zeit nur bis in den Ort Jerzens. Die restlichen 800 Höhenmeter über eine neun Kilometer lange Bergstrecke waren ausschließlich mit Jeep oder Unimog erreichbar.
Werner, der aus der Nähe von Imst kam, war sofort begeistert von der Landschaft und der beeindruckenden Fernsicht am Hochzeiger. Es war sein erster Besuch dort – und damals waren solche Wege noch ganz andere Distanzen als heute.
Das Hochzeiger Haus selbst wurde 1932/33 als einfache Schutzhütte erbaut. Während des Zweiten Weltkriegs diente es als Luftstützpunkt der Deutschen Wehrmacht. Der letzte Besitzer verstarb 1952, danach stand das Gebäude mehr als zehn Jahre leer und befand sich in sehr schlechtem Zustand.
Uroma Resi verstand es offenbar, ihren Enkel für dieses Projekt zu begeistern. Dem jungen Werner gelang es tatsächlich, im Alter von nur 20 Jahren gleich zwei Banken von seinem Vorhaben zu überzeugen. Ein Jahr später kaufte er das Hochzeiger Haus und startete mit notdürftigen Umbauarbeiten – ohne Strom, ohne Wasser – in die Wintersaison 1963/64.
Eine Zentralheizung gab es selbstverständlich auch nicht. Unbeheizte Schlafräume auf 1.900 Metern Seehöhe – heute kaum mehr vorstellbar.
Noch im selben Jahr gründeten Werner Sailer und sein Vater Klaus Sailer gemeinsam mit acht weiteren Personen die Liftgesellschaft Hochzeiger. Ihr erstes Projekt war ein Tellerlift direkt neben dem Hochzeiger Haus.
Ein spannendes Detail am Rande: Damals trat die Volljährigkeit erst mit 21 Jahren ein, und erst mit 24 durfte man ein Gewerbe anmelden. Werner Sailer wurde daher im Alter von 20 Jahren vom Bezirksgericht für volljährig erklärt. Uroma Resi wiederum kochte in den ersten Sommern selbst im Hochzeiger Haus.
Weihnachten 1965 gab es schließlich Strom, Wasser und Heizung – ebenso eine verbesserte Zufahrt. Die Gäste wurden mit Jeeps zum Haus transportiert. Die 1970er-Jahre entwickelten sich zu sehr guten und umsatzstarken Zeiten. Es wurde bis spät in die Nacht gefeiert, und das Hochzeiger Haus zog Gäste aus nah und fern an. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 14 Tagen.
1978 kam ein Nebenhaus mit 40 Betten hinzu. Mitte der 1980er-Jahre wurde das Hochzeiger Haus umfassend umgebaut, und die meisten Zimmer erhielten Dusche und WC.
Seit 2004 ist Stefan Sailer Gastgeber im Hochzeiger Haus. Über die Jahre wurden immer wieder Renovierungen vorgenommen. Dennoch entsprach das Haus irgendwann nicht mehr den steigenden Ansprüchen der Gäste. Deshalb wurde es 2015 innerhalb einer sechsmonatigen Bauzeit umfassend saniert und neu gestaltet. Das gesamte dritte Stockwerk sowie die Gastronomie wurden neu errichtet, das Gebäude erhielt eine neue Außenhülle, und aus der ehemaligen Kellerbar entstand die Almsauna.
Im Dezember 2015 wurde das Hochzeiger Haus mit neuer Strahlkraft wiedereröffnet.
Den letzten großen Entwicklungsschritt setzte man im Frühjahr 2024: Das Haus wurde erweitert, zwei Stockwerke mit rund 20 Zimmern komplett neu errichtet.
Heute erstrahlt das Hochzeiger Haus mit neuem Restaurant, Almsauna und ausschließlich renovierten Zimmern. Die Gäste genießen den Komfort eines Berghotels mitten im Ski- und Wandergebiet – und dennoch ist der ursprüngliche Hüttencharakter spürbar geblieben.
Das Hochzeiger Haus ist nach wie vor Treffpunkt für Gäste und Einheimische am Berg.